Aktuelle Projekte

Die aktuellen interdisziplinären und innovativen Projekte in Europa und Afrika zeigen das große Potenzial der Forschung in ihren jeweiligen Bereichen.

Die Emmy Noether-Gruppe “Kgalagadi Human Origins” startete im Juni 2021. Das auf sechs Jahre angelegte Projekt erforscht die Auswirkungen der extremen Klimaveränderungen im Mittel- und Spätpleistozän auf die menschliche Evolution in der südlichen Kalahari.

PEOPLE ist ein fünfjähriges Projekt des European Research Councils (ERC Starting Grant number 101039711), geleitet von Dr. Michael Toffolo am Centro Nacional de Investigación sobre la Evolución Humana (CENIEH) in Burgos (Spanien). Das interdisziplinäre Projekt wird südafrikanische Ökosysteme untersuchen, um festzustellen, wie die Menschen auf klimatische Veränderungen in der Middle Stone Age reagiert haben.

Dr. Michaela Ecker untersucht für das Projekt pflanzliche Lipid-Biomarker Isotopen, die aus archäologischen Sedimenten extrahiert wurden, um lokale Veränderungen der Umwelt im Laufe der Zeit zu ermitteln.

Für mehr Informationen siehe auch: peopleproject.eu

Das Lapa do Picareiro MicroContextual Project wendet die innovative MiCE-Methode an, bei der während der Ausgrabung ein 3D-Digitalisierungswerkzeug für Ablagerungen verwendet wird, die reich an Mikrofauna sind (Überreste von Nagetieren, Insektenfressern und Fledermäusen), um gut dokumentierte, präzise Aufzeichnungen von Paläoumweltinformationen an der Pleistozänen archäologischen Fundstätte Lapa do Picareiro in Portugal zu erstellen.

Das Projekt wird von Dr. Sara Rhodes (Interdisciplinary Center for Archaeology and Evolution of Human Behaviour (ICArEHB), Universität of the Algarve) geleitet, während Teammitglied Dr. Michaela Ecker für die isotopischen Komponenten des Projekts verantwortlich ist.

Weitere Informationen: http://www.icarehb.com/srhodes/

In einer Kollaboration zwischen Paläoökologen, Klimaforschern und Archäologen werden in diesem Projekt neue Methoden entwickelt um globale Klimamodelle direkt mit Daten der Paläo-Umwelt zu verbinden und damit die Verbreitung von Vegetationsbiomen und deren Einflussfaktoren im Pleistozän zu modellieren. Diese Daten können dann genutzt werden, um Hypothesen über die Verbreitung von Tier- oder Menschenpopulationen aufzustellen. Es handelt sich dabei um die gemeinsame Arbeit von Dr. Hiromitsu Sato (University of Toronto, Canada), Dr. Douglas Kelley (UK Centre for Ecology & Hydrology, UK) und Dr. Michaela Ecker.

Ein Paper über die “Refugien-Hypothese” für den Amazonas während des letzten glazialen Maximums ist derzeit in Review. Das nächste geplante Projekt soll Korridore für die Ausbreitung menschlicher Populationen in Afrika während des späten Pleistozäns mit archäologischen Daten modellieren.

Das NCAEP-Projekt wird von Sara Rhodes (Interdisciplinary Center for Archaeology and Evolution of Human Behaviour (ICArEHB), University of the Algarve) und Michael Chazan (University of Toronto) geleitet. Ziel des Projekts ist es, unser Wissen über den paläoökologischen Kontext der Later Stone Age am Nordkap in Südafrika zu erweitern. Dazu gehören neue Ausgrabungen in der Wonderwerk-Höhle und auf dem Ghaap-Plateau in Verbindung mit der Analyse neuer hochauflösender paläoökologischer Proxies, die fest in soliden Radiokohlenstoffchronologien verankert sind. Michaela Ecker ist für die Rekonstruktion der damaligen Umwelt anhand von Biomarkern aus sedimentiertem Blattwachs zuständig.

Weitere Informationen: http://www.icarehb.com/srhodes/

Rhodes, S.E., Goldberg, P., Ecker, M., Horwitz, L.K., Boaretto, E. and Chazan, M., 2021. Exploring the Later Stone Age at a micro-scale: New high-resolution excavations at Wonderwerk Cave. Quaternary International. https://doi.org/10.1016/j.quaint.2021.10.004

In der Wonderwerk-Höhle befinden sich die weltweit derzeit ältesten Belege für die Nutzung von Höhlen durch Hominiden sowie Belege für die Verwendung von Feuer durch Hominiden vor etwa 1 Million Jahren. Die archäologischen Schichten umfassen fast zwei Millionen Jahre, und stellen somit ein einzigartiges archäologisches und sedimentologisches Archiv in dieser trockenen Region dar.

Michaela Ecker trat dem Projekt 2013 bei und ist, neben ihrer Promotion im Bereich der Biogeochemie stabiler Isotope in der Wonderwerk-Höhle, vor allem für die Einrichtung eines digitalen Vermessungssystems in der Höhle sowie für die Erstellung und Verwaltung der Datenbanken zuständig. Das Forschungsprojekt in der Wonderwerk-Höhle wird seit 2004 von Michael Chazan (Universität Toronto) und Liora Horwitz (Hebrew Universität Jerusalem) geleitet und umfasst ca. 30 internationale Forscher*innen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.wonderwerkcave.com.